Schellen Hof
Schellen Hof

Hofgeschichte

Der älteste Eintrag in den Schatzungsregistern liegt uns aus dem Jahre 1543 vor. In diesem Jahr hatte Johan Schelle aus Mengenbracht ½ Goldgulden an Steuern zu zahlen.¹  Das entsprach dem Wert von zwei Scheffeln Gerste, ca. 56 kg. Der Schellenhof existiert also mindestens seit dem 16. Jahrhundert.

Interessante Details liefert eine Viehschatzung aus dem Jahre 1777.²  Zu diesem Zeitpunkt besaß die Familie 3 Pferde, 8 Kühe, 9 Schafe und 2 Ziegen und  hatte dafür 3 Reichstaler und 2 Groschen zu entrichten. In dieser Liste sind aus Meinckenbracht 14 Höfe verzeichnet, von denen unser offenbar eine mittlere Größe hatte.

1801 heirateten Johannes Schelle und Anna Maria Ursula Rhode aus Schliprüthen. Sie bauten das Haus, das (verändert) auf dem Bild unten zu sehen ist. An die Hausinschrift, die bis ins 20. Jahrhundert erhalten blieb, kann sich unsere Tante Adele, die im Jahr 1918 geboren ist, noch gut erinnern:

Wir haben o Herr gelitten durch einen schweren Donnerschlag. Durch Agatha wir bitten um deine Mildigkeit. Im Vertrauen auf Gott haben wir beide Eheleute Johannes Schelle und Ursula Schelle, geb. Rhode, dieses Haus erbaut.

Dieses Bild zeigt den Hof in den 1950er Jahren. Das Bild entstand durch den Maler Springborn, der nach dem Krieg mittellos durch das Land zog und Bilder von Höfen gegen Kost und Logis malte. Aus seiner Perspektive, von der Straße aus, schaut man auf das Gebäude, das an der Stelle des heutigen Ferienhauses steht. Links liegt eine Remise, in der Mitte ist das Wohnhaus erkennbar, im rechten Teil des Gebäudes befanden sich Stallungen.  

Konrad beim Pflügen im Herbst 1957

1956 bauten Konrad und Maria Schelle das jetzige Wohnhaus. In diesem Zuge wurde die Remise abgerissen und der Stall erweitert, so dass das gesamte Fachwerkgebäude nun als Stall genutzt wurde. 15 Kühe, deren Kälber, 5 Sauen mit Ferkeln und 15-20 Hühner fühlten sich darin wohl. Zudem gab es ein Pferd, die Marlies. Neben der Landwirtschaft war die Forstwirtschaft ein wichtiges zweites Standbein – und ist es bis heute.

Konrad beim Melken im Anbindestall

1976 haben wir den Bullenstall zur Mast von ca. 50 Bullen gebaut. Inzwischen ist dort im Winter das Jungvieh untergebracht. Zwei Jahre später wurde der alte Stall, in dem die Tiere auf Mist standen, umgebaut. So ist ein Anbindestall mit Gummimatten und „Güllekump“ entstanden, in dem wir 30 Milchkühe halten konnten. Zum Melken wurden 4 Melkzeuge aus der „Milchküche“ von Kuh zu Kuh getragen und an Milchleitungen angeschlossen. Durch diese wurde die Milch in den 1200 Liter Tank gepumpt. Die Kühe wurden im Sommer täglich zum Weiden auf die Hägge getrieben bis Opa Konrad dann am Nachmittag „Muis komm, Muis komm“ rief (plattdeutsch für: Kühe kommt) und sie wieder in den Stall trieb.

Große Veränderungen auf dem Hof gab es 1990 durch den Bau des Boxenlaufstalls, der 60 Milchkühen und Jungvieh Platz bietet. Im Tandem-Melkstand mit Lockfütterung konnten 6 Kühe gleichzeitig gemolken werden. Der alte Kuhstall wurde 9 Jahre später wegen seines maroden Zustands abgerissen und an derselben Stelle das Ferienhaus mit komfortablen Wohnungen und Gemeinschaftsräumen gebaut.

Abriss des Anbindestall 1999
Aufbau des Ferienhauses 2000

Seit dem Dachgeschossausbau im Jahr 2014 können bei uns 6 Familien „Urlaub auf dem Bauernhof“ genießen. Wir freuen uns sehr unseren Gästen das Hofgeschehen mit seinen Tieren und den vielfältigen Aufgaben näher zu bringen.

Quellen:

¹ Die Bevölkerung des kurkölnischen Sauerlandes 1543, Stadtarchiv Arnsberg, E, 16

² Stadtarchiv Arnsberg, Viehschatzung IV A 21,  1777, S. 55

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